Wie viel kostet es wirklich, mein SaaS-Produkt zu entwickeln?

Natürlich ist dies eine Frage, die viele Unternehmer beschäftigt, die ihre Produkte auf den Markt bringen möchten. Sie ist jedoch vergleichbar mit der Frage, wie viel der Bau eines Hauses kostet. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Möchten Sie eine kleine Waldhütte oder eine 4.000 m² große Villa eines Prominenten bauen?

NY 2020

Daher ist der beste Ansatz bei dieser Frage nicht, direkt nach einem Angebot zu fragen, sondern vielmehr gemeinsam mit dem Unternehmen, an das Sie die Entwicklung auslagern, zu verstehen, wie und warum der Preis zustande gekommen ist. Im Gegensatz dazu führen reine Preisfokussierung dazu, dass Sie von vielen Unternehmen weniger ernst genommen werden, da der Eindruck entsteht, dass Sie eher auf den niedrigsten Preis als auf die Qualität der Arbeit achten. Um von Anfang an richtig vorzugehen, sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

Gut vorbereitet sein
Ein klares Konzept Ihres Projekts ist entscheidend. Bereiten Sie so viele Informationen wie möglich vor und versuchen Sie, Ihr Projekt auch aus der Perspektive des Outsourcing-Unternehmens zu betrachten. Dies sorgt für eine reibungslosere Kommunikation und hilft dem Entwicklungsteam dabei, die richtigen Spezifikationen zusammenzustellen und somit ein präzises Angebot zu erstellen.

Die Realität ist, dass selbst bei gut ausgearbeiteten Spezifikationen verschiedene Unternehmen Sie unterschiedlich verstehen werden. Das eine wird Software vorschlagen, die zuverlässig funktioniert, während ein anderes stärker auf die Fähigkeit fokussiert ist, Millionen gleichzeitiger Nutzer zu bedienen. Seien Sie daher auf einen intensiven Kommunikationsprozess und klärende Gespräche vorbereitet.

Kostenformel
Generell gilt: Kosten = benötigte Zeit × Stundensatz (bzw. Tages- oder Monatssatz) + etwaige zusätzliche Kosten (Stockbilder, Bibliotheken, weitere Software). Dies wird auch als T&M-Modell (Time and Materials) bezeichnet, und letztlich basieren mehr oder weniger alle Preismodelle darauf. Zur weiteren Aufschlüsselung:

a) Die benötigte Zeit hängt von zahlreichen Faktoren ab und ist nur schwer exakt zu bestimmen. Jede Zahl, die Sie erhalten, ist lediglich eine grobe Schätzung auf Basis der von Ihnen bereitgestellten Informationen (ein weiterer Grund, möglichst präzise zu sein). Je nach Projektgröße und Umfang können die tatsächlichen Kosten um 30–40 % oder manchmal sogar um das Doppelte abweichen.

b) Der Stundensatz hängt vom Erfahrungsniveau des Teams, den Berechnungsmethoden usw. ab. Auch die geografische Lage spielt eine Rolle. Berücksichtigen Sie daher den jeweiligen Markt des Landes, mit dem Sie zusammenarbeiten.

Wie berechne ich die Kosten selbst?
Eine grobe eigene Kalkulation ist sinnvoll. Sie verschafft Ihnen zudem eine bessere Verhandlungsposition, da Sie bereits eigene Recherchen durchgeführt haben.

Zerlegen Sie Ihr Projekt einfach in kleinere Bestandteile und bitten Sie erneut um eine Schätzung. Wenn Sie beispielsweise Dropbox entwickeln möchten, könnten Sie es wie folgt aufteilen:

  1. Die Kernidee, d. h. Dateisynchronisation auf mehreren Geräten
  2. Web-Dashboard
  3. Desktop-Software
  4. Mobile Apps

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Aufschlüsselung nach Funktionalitäten anzufordern. Dadurch verstehen Sie besser, welche Teile am zeitaufwendigsten sind und können diese gegebenenfalls entfernen oder anpassen.

Eine weitere Option ist die Nutzung von Tools wie diesem für eine grobe Kostenschätzung: https://calculator.st-dev.com

Mit einem MVP als Startpunkt beginnen
Der Start mit einem Minimum Viable Product (MVP) ist eine gute Möglichkeit, die Anfangskosten niedrig zu halten. Gleichzeitig erhalten Sie in diesem Fall eher eine realistische Schätzung. Zudem ermöglichen MVPs eine größere Flexibilität, sodass Sie Änderungen im Verlauf leichter umsetzen können.

Offen über Ihr Budget sprechen
Wenn Sie eine Budgetgrenze haben, teilen Sie diese den Unternehmen frühzeitig mit, damit sie sich auf das konzentrieren können, was innerhalb Ihres Preisrahmens realistisch umsetzbar ist. So kann das Unternehmen auch priorisieren, was aus seiner Sicht am wichtigsten ist. Selbst wenn es nicht zu einer Zusammenarbeit kommt, ist deren professionelle Einschätzung dennoch wertvoll für Ihre weitere Planung.

Sprint planning

Fazit
Die Ermittlung des richtigen Preises ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Sowohl Sie als auch das Unternehmen müssen intensiv daran arbeiten, eine gemeinsame Basis zu finden. Es ist völlig normal, dass dieser Prozess mehr Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich erwartet. Bleiben Sie geduldig, offen und vertrauen Sie dem Prozess.